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Born This Way (Special Edition)

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Lady Gaga ist also so was wie der Michael Jackson des Post-Millenniums, die Madonna der Gegenwart, die personifizierte singuläre Massenhysterie aller Boybands der vergangenen Dekaden. Auch wenn sich diesen Erfolg zwar niemand so recht erklären kann, besonders hinsichtlich der kurzen Laufzeit ihrer Karriere, lassen die statistischen Superlative am Status der Künstlerin keine Zweifel offen. Stattdessen scheint der Stuhl im Pop-Olymp erst einmal unantastbar, ganz gleich welche Qualität "Born This Way" innewohnt.

Das Phänomen Gaga darf als Spiegelbild einer medial übersättigten und gleichzeitig abgestumpften Gesellschaft gesehen werden, flehend um Sensation und lechzend nach immer schockierenderem Aktionismus. Oder als symbolische Willenlosigkeit des kommerziellen Musikgeschäfts, als simple Sättigung eines Marktzweiges, geregelt durch die globale Nachfrage. Oder schließlich als feist ausgeklügelte Strategie, via vorgekautem Marketing- und Mediaplan, den Ruhm eines Weltstars zu erlangen.

Der Erfolg von Stefani Joanne Angelina Germanotta liegt nicht nur in der Fügung und perfekten Ausführung dieser Kriterien, besonders aber in der konsequenten Konzeption ihrer selbst. Ihre eigentliche Funktion im Showbusiness, die einer Musikerin, spielt längst nur noch die Nebenrolle. Die Musik wird vielmehr zu einer Art Alibi, das die Daseinsberechtigung des exzentrischen Exhibitionismus legitimiert. Gaga ist keine Künstlerin mehr, Gaga selbst erwuchs inzwischen zum Kunstwerk.

Dazu gehören verstörende, Verwirrung stiftende Auftritte, die Wahrung der Illusion um ihre Figur und der gutmütige Deckmantel moderner Kunst. Ein Album wird dadurch zwar zum Sprachrohr eines ganzen Projekts, stellt letztlich aber nicht mehr dar als das Werk eines Werks bzw. das Produkt eines Produkts. Wenn man diesem sogleich anschmiegsame Labels wie Avantgarde-Techno-Rock für dosenüblichen Pop attestiert und ein Albumcover im Heavy Metal-Chic präsentiert, weil das so ja gar nicht vereinbar sei, zeigt das die gähnende Oberflächlichkeit der aktuellen Unterhaltungsindustrie, wie sie um Beachtung buhlt, perfekt auf.

Teil des Gaga-Werks ist allerdings auch der Einsatz für Minderheiten, ob für homosexuelle Soldaten, für anzupassende Einwanderungsgesetze oder als Spendenaufruf in den eigenen sozialen Netzwerken. Lady Gaga wird als postmoderne Avantgarde-Ikone umjubelt, gleichzeitig wird ihr als engagierte Aktivistin im Kampf um Gleichstellung niemand gerecht.

Während die Erläuterung der Person Gaga einiges an Zeit bedarf, bleibt der musikalische Output dieser Künstlerin weitaus simpler zurück. Als Pokerface 2.0 eröffnet "Marry The Night" den langersehnten Nachkömmling: "Ma-ma-ma-marry/ Ma-ma-ma-marry/ Ma-ma-ma-marry the night/ Oh/ Ma-ma-ma-marry/ Ma-ma-ma-marry/ Ma-ma-ma-marry the night". Ähnliche Wiederholungsstakkati, halbgare Übersteuerungen als Relikt der fiepsenden New Rave-Modeerscheinung, verhaltene Verse, übertriebene Hooklines, kein geglückter Opener. Leider sind das exakt die Accessoires, mit denen Frau Gaga ihre gesamte neue Kollektion plant.

Im Vorfeld fand "Born This Way" bereits reichlich Beachtung, wegen seiner angeblich unübersehbaren Nähe zu Madonnas "Express Yourself". Zwar klopft der Track der Queer-Szene aufmunternd auf die Schultern ("Don't be a drag, just be a queen"), allerdings klingt er vielmehr wie David Guettas "When Love Takes Over". Und das dazu noch ziemlich ebenbürtig ärmlich. Stattdessen kuschelt "Judas" viel enger mit "Like A Prayer". Außer einer wobbelnden Basslinie und dem gezückten Zeigefinger hat der Track aber keine ähnliche Sensation wie dessen Vorreiter zu bieten.

"Goverment Hooker" dagegen zeigt endlich einmal musikalische Qualität. Und dann auch ziemlich exakt auf, warum Lady Gaga die gesamte Szene zu einer Four-To-The-Floor-Marschroute verleitete, die sich von leichten 8-Bit-Sounds speist und mit Arpeggios Flipper spielt. Der Beat, endlich nicht ganz so gewohnt plump, dafür catchy, bouncig, ein paar Soundeffekte aus der Pariser Szeneküche und schon kann sich der Track sehen lassen. Wäre da nicht wieder einmal eine Hook, die das Fremdschämen als neue olympische Disziplin ausruft. Umgarnt von sinnlosen Flächen, langwierigen Synthesizer-Decken und Sing-Sang-Message wird binnen zwei Takten aus dem selbstproklamierten Hipster-Future-Sound billigster Kirmes-Techno, der zur Happy Hour im Kettenkarussell einlädt.

Alle Tracks auf "Born This Way" besitzen klare, eingängige Melodien, deren Mission in der Ohrwurm-Zucht liegen. Das Pop-Schema fungiert als bewährtes Fundament im funkelnden Pailletten-Palast. Das Übel liegt auch nicht in der Gestaltung der Verse, die Refrains verunstalten den Gesamtbeitrag. Sie sind es, die aus dem eigentlich künstlerischen Anspruch ein gerade mal schwaches Pop-Bläschen aufpusten. Das machen auch Tango-tanzende Gipsy-Cumbia-Gitarren im inhaltlich eigentlich stärkeren Stück "Americano" nicht wett. Menschenunwürdiger als die Einwanderungsgesetze der USA ist nämlich dieser spezielle Refrain, der aus der Gesellschaftskritik eine Folk-Schlagerparade à la Costa Cordalis macht.
Stichworte: CD Musik Lady Gaga Born the way
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